Vaginismus oder wat?

Wow! Schon so viele Wochen sind seit dem letzten Post vergangen. Der kleine Mann entdeckt nun immer mehr Worte für sich, das kleene Froillein hatte ihre ersten Ferien und hält uns mit Erstklässlerproblemen auf Trab. Der große Mann wohnt nun wieder mit uns zusammen im halbwegs renovierten Häusschen. Mir und Ottilie geht es bisher gut. Die Ultraschallbefunde sind nach wie vor unauffällig. Dennoch werde ich von den Uni-Ärzten ständig zur Fruchtwasseruntersuchung gedrängt. Ich sehe darin noch immer keinen Sinn und wenn ich richtig rausgehört habe, geht es in erster Linie darum, Daten zu sammeln. Und -obwohl ich gerne helfe- solange ein Risiko für Ottilie besteht, ohne, dass sie daraus einen wirklichen Nutzen erfährt, kommt diese Untersuchung für mich nicht in Frage.

Dennoch gibt es was zu meckern. Seit einigen Wochen kann ich mich ohne Kompressionsstrümpfe kaum auf den Beinen halten. Von außen sind meine Venenprobleme zum Glück kaum sichtbar. Ein paar altersgerechte Besenreißer, ein, zwei dicke Venen. Trotzdem habe ich ohne Strümpfe das Gefühl, mein Blut würde im Becken förmlich versacken.

Wer ein gutes Gedächtnis hat, mag sich vielleicht noch an Blogeinträge erinnern, in denen ich von heftigen Schmerzen nach Geschlechtsverkehr geschrieben habe. Das Martyrium fing in der ersten Schwangerschaft an, wurde danach sukzessive besser, trat dann zyklusabhängig immer wieder auf und ist nach Missjös Geburt nie mehr ganz verschwunden. Da ähnliche Schmerzen im Schambereich nun auch trotz Enthaltsamkeit bei Vernachlässigung meiner Stützstrümpfe (was n fieses Wort) auftreten, bin ich überzeugt, dass es ein venöses Problem ist.

Meinen Gyn und meine Gerinnungsärztin auf meinen Verdacht angesprochen, reagierten eher verhalten. Außer mit dem Begriff Vaginismus um sich zu werfen, fiel denen auch nicht mehr ein. Notgedrungen habe ich mich also an Dr. Google gewandt. Und ich finde, die Diagnose “Beckenvenensyndrom” trifft es ganz gut. Interessant ist, dass dieses Syndrom auch mit Fruchtbarkeitsproblemen in Verbindung gebracht wird. Zusammengefasst, führen veränderte Venen im Becken, wie z.Bsp. die Ovarialvene, zu einer schlechten Versorgung von Eierstock und Gebärmutter. Verminderte Eizellqualität und Fehlgeburten bzw Einnistungsstörungen können die Folge sein.

Die Diagnose ist etwas schwer zu stellen, da sich im Liegen die Blutversorgung der Venen oft normal darstellt. Behandelt wird das ganze durch einen invasiven Eingriff, bei dem die betroffenen Venen verödet werden.

Ich werde die Sache jedenfalls im Auge behalten und nach der Schwangerschaft angehen, wenn die Beschwerden anhalten. Denn dieser Zustand ist für unsere Beziehung einfach eine Zumutung. Nach dem GV bin ich eigentlich für den Rest des Tages ausgeknockt. Ich kann dann nur noch Liegen, um schmerzfrei zu sein. Da verkneif ich mir doch lieber die angeblich schönste Sache der Welt und mach die Wäsche…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.