Working Mom hoch drei

Mein Fünkchen Hoffnung auf ein Beschäftigungsverbot ist verglüht. Trotz CMV, Covid-19, erhöhter Thrombosegefahr und mehr als vier Stunden Autofahrt täglich. Es gibt keinen Arzt, der sich traut, mich rauszunehmen. Und von der Firma kann ich nichts erwarten. Nach langem Hin und Her haben sie mir die Gefährdungsbeurteilung für das Regierungspräsidium ausgehändigt. Dort wird mit keinem Wort erwähnt, dass ich mitnichten Möglichkeiten habe, mich jederzeit hinzulegen und auszuruhen. Ich kann noch nicht mal auf Toilette gehen, wenn ich muss. Stattdessen muss ich bei Wind und Wetter mit einem Dutzend Patienten vor Arztpraxen warten und auf Einlass hoffen. Wenn ich nicht reinkomme, muss ich mir meine Bedürfnisse halt verkneifen. Der vermeintlichen Gefahr, die vom neuen Virus ausgeht, soll ich mit Mundschutz und Abstand begegnen. Wenn in einer Region mehr Fälle auftreten, soll ich einfach nicht hinfahren. Tatsächliche hält mich diese Plandemie davor ab, gegen meinen Arbeitgeber vorzugehen. Die kommenden Jahre werden wirtschaftlich sehr ungemütlich werden. Daher halte ich (wieder mal) die Füße still, in der Gewissheit, so schnell nichts Neues zu finden, wenn sie mich auf die Abschussliste setzen.

Wenn sich niemand um mich sorgt, dann muss ich es eben selbst tun. Klar versuche ich, meine Quoten zu erfüllen. Was nicht geht, geht aber nicht. Stress dämpft das Immunsystem und auf eine intakte Immunantwort sind das Ü-Ei und ich jetzt angewiesen.

Vergangene Woche habe ich mich in der ISB (Intensiv-Schwangeren-Betreuung) der Uni Leipzig vorgestellt. Dort riet man mir, neben einer regelmäßigen Kontrolle des Wachstums, mit einer Immunglobulintherapie zu beginnen. Letzteres eher aus dem Grund, sich später keine Vorwürfe machen zu müssen. Denn die Studienlage zur Nützlichkeit ist eher dünn. Der Antrag wurde nun von meiner Krankenkasse für 4 Wochen bewilligt. Wann ich die Infusionen nun in meinen Zeitplan eintakten soll, ist mir allerdings ein Rätsel. Ob ich einmal pro Woche oder alle vierzehn Tage die Immunglobuline bekomme, wusste die Ärztin noch nicht. Mit routinemäßiger Vorsorge, Monitoring des Babys und Gerinungsambulanz kommen nun also etliche Termine zusammen, die meinen Tourenplan durcheinander hauen.

Immerhin spüre ich das Kleine nun recht deutlich unter meiner ausgeleierten Bauchdecke hin und her schwimmen. Nach meiner Rechnung bin ich heute 16+6 SSW. Gemerkt habe ich es bestimmt schon in der 14. SSW. Bei den letzten Untersuchungen stellte sich heraus, dass ich nun doch eine Hinterwandplazenta habe. Von daher halte ich das schon für möglich, auch wenn mich mein Gyn ausgelacht hat, als ich ihm davon erzählte 😁

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