B(r)eikost und was bisher geschah

Ganz ehrlich, wenn ich mir meine WordPress-Statistik anschaue, könnte ich nur kotzen. Der Umzug auf einen kostenpflichtigen Server und die Umbenennung in frauenbauch.de hat sich ja so richtig gelohnt…nicht. Seitdem ich hier bin, sind meine Clicks ins Unterirdische gerutscht und es nervt einfach nur. Meine Motivation, zu Schreiben, ist entsprechend gering. Dabei spielt es auch überhaupt keine Rolle, ob ich private Fotos poste, Tipps oder nur belangloses Blabla aus einem von 7 Milliarden irdischen Leben. Die Statistik sinkt und sinkt und sinkt.

Und das Leben mit Baby vereinfacht den kreativen Fluss auch nicht gerade. Gerne hätte ich geschrieben. Über den Doku-Film Elternschule, über unsere Umzugspläne, über meinen Kampf gegen das Elternzeit-Abstellgleis, über meinen faltigen Bauch und meine zusammengefallenen Brüste (wie ein Soufflé, wenn es zu schnell aus dem Ofen kommt). Ein Glück bleibt das nun bis auf weiteres der nichtvorhandenen Leserschaft erspart. Die paar Minuten kreative Pause, die mir in den vergangenen Wochen gegönnt war, habe ich genutzt, meinen Liebsten was nettes zu nähen oder die Stoffwindeln zum wiederholten Male mit frischen Klettband auszustatten (auch ein Thema über das ich Schreiben wollte). An letztgenannten Projekt hänge ich jetzt schon sechs Wochen fest. Ich komm zu nix und das nervt mich gewaltig.

Gerade hat es der Göttergatte geschafft, Missjö zu hypnotisieren. Deshalb gehören mir jetzt 15 Minuten. 20190727_154136

Bevor jetzt ein Shitstorm über mir hereinbricht: Ich bin nicht zufrieden mit der nah-am-Abgrund-Situation auf diesem Bild. Aber ich sitzte praktisch daneben und der kleene Faulpelz kann sich noch nicht drehen.

Ein perfekter Übergang zu den Dingen, die Missjö mit seinen vier Monaten so tut:

Seit einer Woche bekommt er Beikost. Ich würde behaupten, er schlingt das Zeug nicht so leidenschaftlich in sich hinein, wie es seine Schwester tat, aber er mag es. Außer Obst. Da feiert sein kleines Schnütchen bei jedem Versuch einen ausgiebigen Gesichtsfasching. Sauer macht lustig. Im Übrigen halte ich mich nicht hundertprozentig an die Vorgabe, jede Zutat mehrere Tage auszuprobieren. Ich verlasse mich da ein bisschen auf mein Bauchgefühl und die Erfahrung, die ich beim kleenen Froillein gesammelt habe. Tomate würde ich beispielsweise erst später einführen. Bei Möhre, Kartoffel oder Kürbis bin ich da weniger vorsichtig. Auch gibt es in unserer Familie keine Allergien auf Apfel, Birne oder Bananen. Deshalb habe ich das auch bereits ausprobiert. Beim kleenen Froillein habe ich mich übrigens auch nicht von Pusteln am Mund oder Popo irritieren lassen. Wenn es danach gegangen wäre, hätte sie nie mehr Erdbeeren oder Tomaten essen dürfen. Meiner Meinung nach, erfolgt Desensibilisierung auch oral und über den Darmtrakt. Heute sind mir keine Zutaten bekannt, die von der Erstgeborenen nicht vertragen werden.

Nebenbei stille ich Missjö wie gehabt. Auch vor, nach oder während der Beikost am Mittag. Um den Mittagsbrei herum hat sich jetzt auch ein Schläfchen etabliert. Der dauert aber, wie all die anderen Nickerchen über den Tag, maximal eine Stunde. Für mich zu kurz, um selbst zum Schlafen zu kommen. Die Nächte waren die letzten Zwei Wochen ganz ok bis fantastisch. Einen großen Schritt haben wir beide gemacht, als ich einfach nicht mehr konnte. Der Göttergatte war auf Dienstreise und ich mit beiden Kindern im Schlafzimmer. Mitten in der Nacht wurde er eine Stunde nach dem Stillen wieder unruhig und weinerlich. Das große Kind warf sich dann auch schon von einer Seite auf die andere. Meinen Brustwarzen kann ich die Dauerstillerei nicht zumuten. Also habe ich den kleinen Mann in sein Babybett in ein anderes Zimmer gelegt und das weiße Rauschen eingeschaltet. Er war immernoch am schreien als ich ihn hinlegte. Dann habe mich wieder hingelegt, vorher noch alle Türen zugemacht. Kurz selbst geheult. Und dann…plötzlich war es so still. Da kann keine Mutter schlafen! Also bin ich wieder in sein Zimmer geschlichen und tatsächlich, das Baby schlief. Innerhalb weniger Minuten war er eingeschlafen und hat in dieser Nacht vier Stunden am Stück durchgehalten. Seitdem versuchen wir es, dass ich ihn in seinem Bett einschlafen lasse und dann sollte er drei bis vier Stunden durchhhalten ohne gestillt zu werden. Wacht er früher auf und wird unruhig, mache ich das weiße Rauschen an. Wenn er wirklich hungrig oder durstig ist, wie es bei der Hitze ja normal ist, dann hilft auch die künstliche Geräuschkulisse nichts und er wird gestillt. Bisher fahren wir mit der Methode ganz gut. Außerdem ist mir aufgefallen, dass er mit dicken Stoffwindelpo in der Nacht deutlich weniger strampelt und entspannter schläft.

Wie gesagt, motorisch ist Missjö nicht so mobil, wie seine Schwester. Er hat sich zwar schon hin und wieder vom Bauch auf den Rücken gedreht. Das passierte, vermute ich, jedoch eher zufällig. Vom Rücken auf den Bauch ist es ihm noch nie gelungen. Er arbeitet allerdings hart an seiner Performance und biegt sich wie eine Banane auf der Seite liegend. Der letzte Dreh fehlt noch. Ansonsten scheint er ein stiller Beobachter zu sein. Er sagt nicht viel, genießt es aber viele Menschen um sich herum zu haben. Am meisten mag er es, wenn Kinder -allem voran seine große Schwester- Quatsch mit ihm machen. Da blüht er regelelrecht auf und quiekt und jauchzt was das Zeug hält. Natürlich greift er nach Spielsachen und beschäftigt sich ein paar Minuten selbst damit. In den Mund steckt er sich am liebsten seine Finger.

 

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