Rückblick, Vorschau

2019. Eigentlich ein tolles Jahr! Schließlich kam mein Sohn im März auf die Welt. Schön war es, die Zeit mit ihm zu genießen. Schön auch, wie das kleene Froillein zum Vorschulkind und zur großen Schwester gereift ist. Schön, dass wir ein Haus in der alten Heimat gefunden haben.

Spannend wird das neue Jahr allemal werden. Was wird aus uns als Paar, als Familie? Wie werden wir uns finden, das allererste Mal ohne Kinderwunsch? Wo wird es uns hinverschlagen? Gemeinsam in die alte Heimat? Oder nur ich mit den Kindern? Oder keiner von uns?

Nicht so schön, die „Herausforderungen“ und Enttäuschungen aus dem alten Jahr mit ins Neue nehmen zu müssen. Vor Weihnachten hatte ich ein Gespräch mit meinem Regionalverkaufsleiter über meinen Wiedereinstieg in den Job. Er zeigte mir das neue Gebiet meiner 80% Stelle, das geografisch 100% größer ist, als das Alte, während meine „Elternzeitvertretung“ direkt vor ihrer Haustüre arbeiten darf. Ob ich denn mit 80% wenigstens das gleiche verdiene, wie vorher konnte er mir nicht beantworten und schob die Entscheidung auf die Personalabteilung. Zu Hause angekommen fischte ich einen Brief aus dem Postkasten, der von meiner Ex-Chefin (Außendienstleitung und Chefin meines Chefs) kam. Darin eine Sprüchekarte. Mit einem Spruch, der bezogen auf meine Situation und ihrem vorangegangen Einsatz, meiner Elternzeitvertretung einen festen Vertrag zu zuschustern, schon an mobbing grenz. Als Absender hat sie ihre neue Beraterfirma angegeben. Die Dame berät nun Firmen zu einem „besseren Betriebsklima“. Wenn ich ihr damit nicht zu mehr Klicks verhelfen würde, würde ich hier die Webadresse angeben, damit meine Leser sich einen Eindruck ob der Absurdität verschaffen könnten. Ich ließ es mir nicht nehmen und habe die im Absender angegebene Telefonnummer angerufen. Nach etwa zehn Versuchen, hat sie mich zurück gerufen. Ich habe sie dann gefragt, was sie sich eigentlich dabei gedacht hat, meine Stelle einer anderen zu geben. Sie behauptete, sie hätte eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet und dürfe darüber nicht sprechen. Sie könne mir allerdings versichern, dass sie nur das beste für Frau J. und mich beabsichtigt hätte. Ich sagte, es wäre mir nicht vorgekommen, als hätte sie einen Plan gehabt, da sie mir bei unserer letzten Begegnung gesagt hatte: „Bei der Firma …. gibt es immer einen Weg und man weiß nicht, was in einem Jahr ist.“ Da kam sie dann ein wenig ins Schleudern und meinte, ähm..naja mit Kindern weiß man ja nie was in einem Jahr ist. Das Gespräch war also wenig aufschlussreich…

Tags drauf meldet sich dann die Chefin von der HR bei mir zurück. Frau M. hat die Position erst bekommen, nachdem ich schon in Mutterschutz war und der Vertrag mit meiner „Nicht-Vertretung“ Frau J. schon in Sack und Tüten. Sie erklärte mir, sie musste sich erst in meinen Fall einarbeiten und war verwundert über das Vorgehen. Sie hätte darauf hingewiesen, dass ich schon bald aus der Elternzeit zurückkehren kann und dann ein Recht auf (m)eine 100% Stelle hätte. Über meine Forderung, nur auf 80% zu reduzieren, wenn ich das gleiche wie vorher verdiene, wüsste sie nichts. Mein Chef hätte ihr lediglich mitgeteilt, dass 80% für mich in Ordnung seien.

Ich glaube, ich muss nicht mehr aus meiner vorweihnachtlichen Odyssee schildern, damit ein Eindruck entsteht, was in dieser Firma abgeht. Besonders schmerzlich ist es für mich,  dass Frau J. schlecht über mich redet. Von Kollegen habe ich erfahren, sie behauptet, ich hätte die Ärzte nicht besucht, das Gebiet sei unstrukturiert und sie würde das jetzt unter Kontrolle bringen. Außerdem soll sie sich beim Chef darüber mokiert haben, dass ich in der privaten Whatsapp Gruppe unseres Teams bin. Ich wäre schließlich in Elternzeit und hätte da nichts zu suchen.

Ich bin nicht die erste Außendienstlerin von Mütterschreck Pharma, die schwanger wird. Leider bin ich aber wohl die erste und einzige, der so das Leben schwer gemacht wird. Das ist für mich echt bitter…und klar,  wahrscheinlich habe ich einfach nur Pech, dass Frau J. es auf mein Gebiet abgesehen hat und ich ihr einfach ein Dorn im Auge bin. Dummerweise gehörte sie zu den Lieblingen der Ex-Außendienstleitung und da war es ein leichtes, mich abzuservieren. (Zur Erklärung: die Olle, die meine Elternzeitvertretung macht, ist eine langjährige Kollegin aus dem Norden, die aber nun ihren Partner aus dem Süden geheiratet hat und nach Offenburg gezogen ist.)

Meine Muddi sagt immer: Man soll sein Glück nicht auf dem Unglück anderer aufbauen. Oder wie ich immer sage: Karma is a bitch if you are! Ganz gleich, ob wir im Süden bleiben oder nicht, werde ich mir etwas anderes suchen müssen. Aber bevor es soweit ist, werde ich meiner Firma noch mal so richtig ans Bein pissen, damit sie nie wieder auf die Idee kommen, einer Mutter die Lebensgrundlage zu entziehen oder die Elternzeit zu versauen, wie sie es bei mir gemacht haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert