Für die Katz

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, für das zweite Kind einfach gelassen zu bleiben. Kein Kinderwunsch-Koller. Kein Wahnsinn. Einfach das selbe tun, wie beim ersten Kind. Stimulation, Insemination, Schwanger. Im August, als mein Arbeitsvertrag entfristet wurde, habe ich in der Kiwu-Klinik angerufen. Einen Termin gab es dann erst für November. Den ersten Stimu-Zyklus konnten wir dann im Januar beginnen. Tatsächlich wurde ich schwanger. Läuft. Nein – nach wenigen Tagen war alles wieder vorbei. Im Februar dann der zweite Versuch. Negativ. Im März Selbstzahler-IUI ohne Stimu. Negativ. Im April wegen Ostern pausiert. Nun haben wir wieder begonnen. Dritter Stimu-Zyklus plus IUI….hätte es zumindest werden sollen. Ich einigte mich mit der Ärztin darauf, die Dosis zu erhöhen, da die letzten beiden Stimulationen mit 50 I.E. Puregon nur eine Eizelle hervorgebracht hatten. Im Januar sind noch zwei gewachsen und da ist wenigstens was passiert. Als meine Tochter entstand, waren es auch (mind) drei große Follikel, zwei davon sprungreif. Am Samstag vor einer Woche, an Zyklustag 7, wurde geschaut, wie die Eierchen reagieren. Links wurde gar kein Eibläschen gesichtet, rechts dagegen zwei, ca. 10 mm groß. Am Donnerstag sollte ich zur nächsten Kontrolle. Der Östrogenwert war dann abartig hoch, lag wohl über 1000 (Einheit?). Links sah die Ärztin dann zwei Follikel, einer davon über 2 cm groß. Rechts ebenfalls zwei von 1,6 cm….Als ich wieder eine Hose anhatte, sagte sie mir: „Ich kann Ihnen nur dringend davon abraten, dieses Wochenende Verkehr zu haben.“ Bitte was? Ich fragte dann, ob ich es richtig verstanden habe, dass damit auch die Insemination hinfällig sei. Eigentlich eine überflüssige Frage. Natürlich wird keine IUI gemacht. Die Gefahr für Mehrlinge ist einfach zu groß. Und da war er dann endlich wieder da. Der Koller, der Wahnsinn. Der ganze Scheiß. Sicher verstehe ich, dass mehr als zwei Embryonen einfach extrem ungesund für alle Beteiligten ist. Wofür mir allerdings jegliches Verständnis fehlt ist, dass die beiden Follikel am linken Eierstock vor einer Woche noch nicht entdeckt wurden. Meiner Meinung nach, konnte die Dame, die am Wochenende Dienst hatte, nicht richtig schallen und/oder hat kein räumliches Vorstellungsvermögen. Ich habe auf dem Bidschirm zwar auch nur lauter kleine Bläschen sehen können, aber, wenn ich mich richtig erinnere, hat die andere Ärztin die Ebene dahinter nicht angeschaut.

Nun sitze ich also hier mit meinem Gelege im Bauch und warte auf meinen Eisprung. Es tut sich nichts. Wahrscheinlich ist keiner der Follikel gesprungen und ich kann mich die nächsten Wochen mit ein paar fetten Zysten rumärgern. Auf Verkehr haben wir übrigens nicht verzichtet. Wie fahrlässig! Nein….ist bei uns doch eh alles für die Katz. Seit 6 Jahren versuchen wirs. Das sind ca. 60 Eizellen. Keine einzige hat sich auf normalen Weg befruchten lassen. Dann wird auch diesmal nichts passieren. Selbst wenn ich tatsächlich doch einen Eisprung hatte. Im übrigen ist das nichts ungewöhnliches für Frauen mit PCOs. Diese Unwägbarkeiten machen es nämlich sehr schwierig, die richtige Hormondosis zu finden und auch, dass die Follikel nicht springen, ist typisch. Da mein PCO-Syndrom jedoch von den hiesigen Ärzten ignoriert wird (schließlich bin ich ja nicht fett), wird das wohl gar nichts mehr bei uns. Das Monitoring müsste in meinem Fall viel engmaschiger geschehen. Die letzten Inseminationen wären übrigens ohne mein „Bauchgefühl“ gar nicht zustande gekommen. Die Kinderwunsch-Klinik hat mich jedesmal zu spät einbestellt. Ich bin dann trotzdem in der Mittagspause hingehetzt und hab um eine Zwischenkontrolle gebeten. Und ich lag jedesmal richtig.

Jetzt frage ich mich, wie es eigentlich weiter gehen soll. Wahrscheinlich werden wir den nächsten Schritt gehen und eine IVF machen lassen. Dann ist es egal, wieviele Eibläschen es werden. Bis dahin muss ich allerdings erst einmal wieder einen Zyklus bekommen. Und das kann mit drei oder vier Zysten sehr, sehr lange dauern. Wahrscheinlich haut die Östrogendominanz meinen Hormonhaushalt wieder so arg durcheinander, dass ich die nächsten Monate extrem hohe Androgenwerte und eine grottige Eizellreifung haben werde. War also alles für umsonst. Low-Carb für die Katz. Myo-Inositol für die Katz.

3 thoughts on “Für die Katz”

  1. Hallo, ich lese seit kurzem deinen Blog und mir gefallen deine Einträge. Wir wünschen uns auch ein zweites Kind. Da du lange nicht mehr geschrieben hast, wollte ich fragen, ob und wie es bei euch mit dem zweiten Kind geklappt hat. Würde mich freuen, von dir zu hören. Liebe Grüße 🙂🦋

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