On Wings of Love und Startschwierigkeiten

Die Geburt verlief also alles in allem ganz gut. So gut sogar, dass ich ambulant entbinden durfte. Allerdings mit Auflagen. Denn aufgrund meiner Streptokokken-Infektion muss der kleine Mann für mindestens 24 Stunden alle vier Stunden „vermessen“ werden. Puls, Atmung und Temperatur soll ich protokollieren.

Zu Hause ist es einfach nur toll. Ich bin total verliebt in meinen kleinen Prinzen und er zeigt sich von seiner besten Seite. Wenn er unruhig wird, kommt er einfach an die Brust. Er schläft viel und wenn er wach ist, scheint er seine Umgebung zu beobachten. Er wirkt so zufrieden und ausgeglichen. Das hätte ich mir nie träumen lassen, dass (m)ein Baby überhaupt so sein kann. Sicherheitshalber mache ich ihm zwei Mal Prenahrung zurecht und füttere sie mit einem Löffel. Einfach um zu vermeiden in diesen Hunger-Schrei-Brustverweigerungs-Kreißlauf zu geraten, wie es bei meiner Tochter der Fall war. Die kleine Große freut sich übrigens sehr, als sie bemerkt, dass Mama und ihr Brüderchen morgens im Bett liegen. Obwohl ich zweifelsohne total übernächtigt bin, fühle ich mich gut. Ich schlafe einfach zwischendurch immer wieder irgendwo mit Baby im Arm ein. Auch das ist total neu für mich. Beim kleenen Froillein war selbst in Schreipausen nicht an Schlaf zu denken. Es ging einfach nicht. Ich war innerlich so aufgewühlt.

In der Nacht zum Sonntag fällt mir auf, dass der kleene Schlawiner ziemlich schnell atmet. Seine Temperatur ist grenzwertig. Insgesamt macht er allerdings einen guten Eindruck. Wir sind hin und her gerissen, was wir tun sollen, entscheiden uns dann jedoch mit ihm Klinik zu fahren. Dort ist man über unser nächtliches Erscheinen weniger begeistert. Ständig werden wir gefragt, ob uns die Symptome tatsächlich jetzt erst aufgefallen wären. Auch die Ärzte sind unschlüssig, ob er sich nun doch eine Infektion eingefangen hat. Sie nehmen Blut ab und bestimmen den Entzündungswert (CRP), der erhöht ist. Nun müssen wir also doch in der Klinik bleiben. Von 5 bis 10 Tagen ist die Rede. Er bekommt einen venösen Zugang in den Kopf gelegt und muss an den Überwachungsmonitor. Drei mal am Tag bekommt er seine Antiobiose. Nun sieht mein schnuckeliges Baby aus, wie ein Schwerkranker. Okay…wie ein schnuckeliger Schwerkranker. Um diese verdammte Flexüle zu legen, müssen sie ihn bestimmt fünf oder sechs Mal anstechen. Ständig platzen den Ärzten die feinen Venen weg. Das ist nix für schwache Mami-Nerven kurz vorm Milcheinschuss.

Die Tage im Krankenhaus sind erträglich. Seine Temperatur sinkt und die Kontrolle des CRP zeigt ebenfalls einen Rückgang. Wir dürfen schon am Mittwoch nach Hause. Mittlerweile hatte ich meinen Milcheinschuss, das Stillen klappt und der kleene Schlawiner hat fast sein Geburtsgewicht erreicht.

Zu Hause handhabe ich alles wie gehabt. Ich versuche, mich zu schonen und jede Mütze Schlaf mitzunehmen, die ich kriegen kann. Schwierig wirds, wenn Termine anstehen und klar, ordnungsmäßig herrscht Land unter.

Am Donnerstagabend dann tritt ein worst worse case ein: Mir gehts auf einmal hundeelend und ich bekomme wässrigen Durchfall, der die ganze Nacht anhält. Der Kleine ist ebenfalls unruhig und ich lasse ihn einfach durchgehend an der Brust, um zwischen meinen Toilettengängen ein wenig Schlaf zu bekommen. Am nächsten Morgen kann ich mich kaum auf den Beinen halten, muss aber dringend mit diesen Symptomen bei meinem Gastro vorstellig werden. Die Stuhlprobe bringt die Erkenntnis: Noro-Virus. Keine Ahnung, wann oder wo ich in diesen Kackhaufen gegriffen habe?! Ich hatte ja keinerlei Kontakt zur Außenwelt und die Familie ist clean. Vielleicht war das auch ein Mitbringsel aus der Kinderklinik. Nun hoffe und bete ich, dass der Kelch an dem Kleinen vorübergeht. Denn das ist wirklich ein worst case!

 

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