Frisch gepresst

Vor einer Woche:

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag bekomme ich verstärkt Wehen. Gegen zwei kommen wir im Krankenhaus an. Der Muttermund ist bei 2 cm. Wir sollen noch ein wenig spazieren gehen und Treppen steigen. Nach gut zwei Stunden werde ich wieder untersucht: 2-3 cm Muttermund. Ich bin frustriert. Uns wird vorgeschlagen auf die Schwangeren-Station zu gehen oder nach Hause. Trotz der langen Anfahrt entscheiden wir uns für letztere Option. Zu Hause kann ich ein wenig schlafen. Im Liegen sind die Wehen geringer. Wir frühstücken alle zusammen, denn glücklicher Weise funktioniert auch das noch. Danach lege ich mich wieder hin. Die Wehen verstärken sich zum Mittag und kommen unter Bewegung immer häufiger. Aufgrund des langen Strecke bis zum Krankenhaus, fahren wir los.

Dort möchte man uns am liebsten nicht da haben, weil der der Kreißsaal voll und das Personal unterbesetzt ist. Ich krieg n Heulkrampf. Die Hebamme untersucht und ich bin bei verdammten 3-4 cm. Ich bitte um einen Oxytropf, weil ich Angst habe, die Entbindung wird sich sonst wieder um Stunden verlängern. Die Hebamme rät ab, da sie befürchtet, sich nicht ausreichend um mich kümmern zu können, wenn es jetzt richtig losginge. Nach einer Stunde hoffe ich allerdings, dass sie das Ding mit dem Oxytropf ganz schnell wieder vergessen hat. Die Wehen werden jetzt richtig ekelhaft.

Nächste Untersuchung und ich bin bei 5 cm. Ich verzweifle. Hallo??? Ich bin eine Zweitgebärende! Zweit!

Hebammenwechsel und ich habe wohl das größte Glück der Welt: Nämlich die beste Hebamme der Welt! Sie schlägt mir verschiedene Drogen gegen die Schmerzen vor. Das will ich alles nicht. Mit Buscopan bin ich allerdings einverstanden. Das hatte bei der ersten schon gut gewirkt. Dann gehen wir in verschiedene aufrechte Positionen. Kurze Zeit später glaube ich, mein Kreuzbein würde gesprengt. Das ist wohl das Kind, was raus will. Ich kann´s mir kaum vorstellen. Aber tatsächlich zeigt die nächste Untersuchung, dass ich bei 10 cm bin. Ich glaube, das muss alles innerhalb einer Stunde passiert sein. Ein Saum steht noch, den ich mit der nächsten Wehe wegschieben muss. Das ist auch echt mega fies, aber wirksam. Ein paar Presswehen verbringe ich in der Hocke. Dann kann ich mich auf die Seite legen. Pressen, atmen, pressen, atmen. Dann ist er da. Das schönste Baby der Welt. Ohne Schnitt, fast ohne Medikamente, mit ganz körpereigen fabrizierten Hormonen.

Fortsetzung folgt

 

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