Mein grünes Gold

Leute, ich habe ein Sellerie-Problem. Schon in der ersten Schwangerschaft hätte ich kiloweise Stangensellerie verputzen können. Und jetzt geht das schon wieder los. Dabei enthält das Suppengemüse etliche bedenkliche Inhaltsstoffe, die nicht gut in der Schwangerschaft sein sollen. Einer davon ist Apiol -eine für Doldenblütler typische Substanz. Sie kommt in Möhren genauso vor, wie in Petersilie. Aus letzteren wurde im Mittelalter ein Sud gekocht, der unerwünschten Schwangerschaften ein jähes Ende bereiten sollte. Tatsächlich habe ich mir vor ein paar Wochen eingebildet, mein Selleriekonsum stünde im Zusammenhang mit den harten Bäuchen, die ich hin und wieder bekomme. Dann kam allerdings eine Woche in der ich zwei kleine Stangen pro Tag gegessen habe und mein Bauch seelenruhig geblieben ist. Darauf folgten etliche Tage qualvoller Sellerieabstinenz und ich bekam gegen Abend drei harte Bäuche pro Stunde. Statt auf meine Droge zu verzichten, habe ich Magnerot eingeworfen, was wie immer ausgezeichnet funktioniert hat.

Daher habe ich nun beschlossen meinen Gelüsten nachzukommen und knabbere dieses kräftig-deftige Grünzeug mit der gewissen Spritzigkeit. Schließlich hat Sellerie auch viele positive Eigenschaften. Es regt das Leber-Qi an und sorgt für eine gesteigerte Nierenaktivität. Fördert also den Harndrang und hilft daher bei Blasenentzündung. Tatsächlich haben wir über Weihnachten meinen halbwüchsigen Neffen mit Selleriesaft behandelt. Er wurde schon länger von einem Harnwegsinfekt geplagt, der über zwei Wochen mit Antibiotikum behandelt wurde. Bei uns ging es dann wieder los mit der Pullerei. Also haben wir ihm drei Stangen in der Kitchenaid zu einem Saft verpresst, den er angewidert runtergewürgt hat. Von Harndwegsinfekt keine Spur mehr. Ob nun die Inhaltsstoffe zu seiner Spontanheilung beigetragen haben oder der widerliche Geschmack, bleibt offen.

Seit meinem letzten Eintrag sind ja etliche Wochen vergangen. Mittlerweile befinde ich mich nun im letzten Trimenon. Insgesamt entwickelt sich der kleene Schlawiner gut. Einzig mein OGTT bot mitte Dezember kurz Grund zur Sorge. Der kleine Test bei meiner Gyn war auffällig. Der Wert nach einer Stunde Wartezeit lag bei 145 mg/dl statt 140 mg/dl. Daher durfte ich wenige Tage später noch zum großen Test antanzen, der glücklicher Weise normal ausfiel. Rückblickend lag die Ursache des entgleisten Wertes wahrscheinlich an meinem abendlichen Schoko-Fondue-Ritual. Ich schmelze mir dann 75-82%ige Schokolade in der Mikrowelle und tunke Sellerie Obst hinein. Obwohl ich darauf geachtet habe 8-10 Stunden nüchtern zu bleiben, scheint Obst nicht gerade die ideale Abendmahlzeit für einen gesunden Zuckerhaushalt zu sein. Dann doch lieber Sellerie. Eine andere Sache, die mich am kleinen OGTT gestört hat ist, dass die Menge des zu trinkenden Sirups von der MFA nur geschätzt wurde. Für den kleinen Test verwendet man ja nicht den kompletten Inhalt der Flasche.

Ich hoffe, vor der Geburt noch ein paar Mal von mir hören zu lassen. Meine Klickzahlen sind echt unterirdisch….und das wirkt auch nicht gerade motivierend.

 

 

 

 

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