(Un-)Umstands-Kleidung

Darf man sich eigentlich ein individuelles Beschäftigungsverbot ausstellen lassen, weil es schier unmöglich ist, ordentliche Umstandskleidung zu finden? Lieber nackt, als im Ringel-Reihe-Kindergarten-Shirt! Beim zweiten Kind geht das ja offensichtlich ratz-fatz mit der Baby-Wampe. Es scheint, als würden Organe und Muskeln genau wissen, in welche Ecke sie sich zu verkrümeln haben, um dem neuen Leben ausreichend Platz zu schenken. Ah, denkt sich der Darm, ich erinnere mich dunkel daran nun eine Etage nach oben zu rutschen. Genau, sagen die Bauchmuskeln. Wir werden erst mal nicht gebraucht und können zur Seite weichen.

Ich habe es ja bei dem kleenen Froillein schon ab der 8. Schwangerschaftswoche kaum ausgehalten, meine Jeans ordnungsgemäß zu schließen. Und das, obwohl ich erst nach dem siebten Monat kugelig wurde. Eine Freundin lachte mich damals aus, als ich mit meinem unterdimensionierten Mini-Bäuchlein meine Hose bereits mit Opas Hosenträgern fixierte und ein Bauchband über dem T-Shirt trug. Das Karma schlug kurze Zeit später zurück und sie bekam Zwllinge. (Ein dickes Bussi an dich, meine Liebe 😉

Nun, fünf Jahre später, stehe ich vor zwei weiteren Problemen: Der Bauch wächst offensichtlich schneller und ich muss auch noch gut dabei aussehen! Während ich beim ersten Kind gerade die Masterarbeit in Sack und Tüten hatte und ansonsten noch nicht mal Hartz IV-fähig war, muss ich heute jeden Morgen um sechs aufstehen und versuchen, meinen unförmigen Körper kundenfreundlich auszustaffieren. Beim letzten Besuch meines Elternhauses und Kistenlagers, kramte ich voller Stolz meine alten Umstandsklamotten raus. Nur, um gleich daraufhin feststellen zu müssen, dass Ringelshirts und ausgestellte Jeans so gar nicht mehr zu meinem Leben passen. Also machte ich mich auf, die Welt der Kugelbauch-Verpackungen im Jahr 2018 zu erkunden.

Viel Hoffnung habe ich dabei auf den online-Handel gesetzt, da der Freiburger Raum in Sachen Mode provinzieller aufgestellt ist, als die Walachai. Der „Mama“-Bereich im hiesigen H&M entspricht etwas der Größe eines bezahlbaren freiburger Studentenappartments. Also ca. 5 qm. In der Schwarzwald-City gibt es einen einigermaßen gut sortierten Umstandsmoden-Laden. Ein kurzer Blick auf die Preisschilder und Ernüchterung machte sich breit. So viel sind mir meine Kunden dann auch nicht wert. Würde ich länger recherchieren, wären vielleicht noch ein paar Läden aufzustöbern. Jedoch finde ich, dass sich die Mühe nicht lohnt, wenn ich dort die gleichen Modelle, wie im Online-Handel finde…nur 10-20% teurer. Da mein Geldbeutel leider nicht proportional zu meinem Bauchumfang wächst, ist dieser Local-Luxus leider nicht drin.

Asos

Also habe ich das Web durchforstet. Große Hoffnung setzte ich dabei auf asos.de . Leider hat man bei vielen Schnitten den Eindruck, es sind einfach nur Säcke, die als Umstandsmode verkauft werden. Die Oberteile dehnen sich über den Bauch und werden im Brustbereich langgezogen, anstatt beide Rundungen formschön zu umspielen. Das ist dann keine echte Schwangerschaftsmode. Dennoch finden sich nach einigem Stöbern auch an Schwangere angepasste Teile. Leggins und Hosen mit Über- oder Unterbauchbund gibt es ebenfalls. Preislich sind die Basics in Ordnung und wenn man lange stöbert, findet man auch ein nettes Kleid oder eine Bluse. Mit Versand und Zahlungs- und Rückgabeoptionen war ich bei asos.de immer außerordentlich zufrieden.

About you

Wirklich hübsche Mode unterschiedlicher Marken für Schwangere  lassen sich auf aboutyou.de shoppen. Die Auswahl in jeder Kategorie ist reichlich. Für das nötige Kleingeld kann man praktisch alles kaufen…wenn man es denn hat. Ich persönlich konnte mich bis jetzt nicht zu  einer Bestellung durchringen, da ich vor zwei Jahren schlechte Erfahrungen mit Rückversand und Erstattung hatte. Sollte ich dort jedoch die Jacke meiner Träume finden, bin ich durchaus bereit das Risiko erneut einzugehen.

Bonprix

Vor fünf Jahren bin ich oft auf Bonprix.de vorbeigesurft und habe mich durch das Angebot geforstet. Chic geht anders. So viel steht fest. Doch damals suchte ich ja vorallem Dingen nach „praktisch“. Dumm nur, wenn beinahe jede menschliche Größe ausverkauft ist…Nach Meinung einiger Facebook-User soll das Mangelproblem nach wie vor bestehen. Zudem ist auffällig, dass versucht wird, Schwangeren und Sillenden geichzeitig gerecht zu werden. Und das in einem Schnitt. Dass dieser Versuch höchstens praktisch, aber niemals chic sein wird, liegt auf der Hand.

H&M

Im online-Versand von H&M findet man das komplette Sortiment an Umstandsmode des Konzerns. Und das ist etwas 100 Mal so groß, als das Freiburger. Manches ist tatsächlich ganz hübsch, vieles jedoch nach wie vor im Biene-Maja-Look zu Zeiten des Schwarweiß-Films. Jede schwangere Angestellte eines Bestattungsunternehmens würde jedenfalls vor Freude im Dreieck springen bei so einer riesigen Auswahl in schwarz und grau. Für Unterwäsche, Basics und Leggings, Hosen und Strumpfhosen ist H&M jedoch völlig ausreichend und preislich in Ordnung. Die Qualität ist auch nicht schlecht. Meine Bestellung ging vor einer Woche raus. Bezahlen musste ich per Kreditkarte und warte bis heute auf eine Versandbestätigung. Das ist hingegen echt schlecht! Update: Am 10. Oktober wurde mein Paket auf den Weg geschickt. Heute durfte ich anprobieren. Das war ne schwere Geburt! Und leider werde ich wohl bei dieser zweiten und letzten Schwangeschaft auch keine Latzhose tragen. Die Größe 36 wird offensichtlich für Frauen mit kurzen Streichholzbeinen geschneidert.

Vertbaudet

Bei vertbaudet habe ich am Wochenende vorbei geschaut. Offensichtlich gibt es dort sogar eine große Auswahl an Still-BHs, die ja mitunter schon während der Schwangerschaft praktisch sind. Manche sehen sogar ganz nett aus. Ob sie bequem sind, kann ich natürlich nicht beurteilen. Die übrige Mode ist gut durchmischt von farbenfroh bis seriös. Für echte Buisness-Ladys aus dem Bankgewerbe und der Anwaltskanzlei wird es wahrscheinlich auch hier schwer, was passendes zu finden. Für den Pharmaaußendienst im niedergelassenen Bereich ist es wohl ausreichend. Preislich würde ich vertbaudet eher im mittleren Segment einordnen. Derzeit ist außerdem Summer-Sale.

Mamarella

Wer sich kleiden möchte, wie die Duchess of Cambridge, kann bei mamarella.com glücklich werden…vorausgesetzt, die Queen zahlt. Wirklich super schöne Schnitte für verschiedene Anlässe sind dort erhältlich. Bezahlt wird beispielsweise mit Kreditkarte oder per Vorauskasse. Der Versand erfolgte innerhalb von anderthalb Tagen. Da ich nicht mit Herzogin Kates royaler Figur mithalten kann und ich in einigen Kleidern aussehe, wie eine schwangere Vogelscheuche, gehen die Teile wieder zurück. Wie es sich dann mit der Rückerstattung verhält, wird sich zeigen.

Viel Spaß beim shoppen!

 

 

 

 

 

 

4 thoughts on “(Un-)Umstands-Kleidung”

  1. Also Ernstings family hat diesen Herbst Umstandsmode – wäre zumindest bezahlbar. Und nicht nur schwarz.

    Und falls dein UmstandsBH/StillBH wirklich was halten muss, dann kann frau beim A.händler einen AnitaBh bestellen- selbst mein 75G wird darin sicher und sexy gehalten 😅

    1. Danke für den Tipp! Da habe ich noch gar nicht geschaut.
      Anita ist natürlich weltklasse, aber auch nicht ganz billig. Sollte ich bis zur C kommen, dann würde ich tatsächlich investieren 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.