Wie sag ich´s meinem Kinde

Und vor allen dingen, wann? Das kleene Froillein hat -wie wohl die meisten kleinen Kinder- eine hellsichtige Ader. Als sie gerade drei war,  erzählte sie spooky Geschichten, über ihr früheres Leben, als sie und ihre Eltern von Rittern geköpft wurden. In der Kita wurde ich vor einem Jahr gefragt, ob meine Tochter eine Schwester hatte, die an einem Loch im Herzen gestorben sei. Weder das eine, noch das andere hatte sich in unserem Leben zugetragen. In Froilleins Hirnwindungen spielten sich schon seit jeher allerlei spannende re-inkarnastische Phantastereien ab. Dem phantasieraubenden Netflix-Konsum sei es gedankt, dass die Geschichten aus dem Vorleben nun Pyjama-Helden und Co weichen mussten. Trotzdem scheint sie immernoch sensibel genug zu sein, um offensichtlich Lunte von Mamas früher Schwangerschaft gerochen zu haben. Seit einer Woche tätschelt sie jeden Tag meinen Bauch und drückt ganz oft ihren Kopf dagegen, wenn sie mich umarmt. Heute meinte sie, mein Bauch sei dicker geworden und fragte mich, ob da ein Baby drin sei. Scheinbar sieht man bei der zweiten Schwangerschaft tatsächlich schneller, was Sache ist 😉 vielleicht liegt es aber auch an meinen seltsamen Essgewohnheiten und den daraus resultierenden Verdauungsbeschwerden… Jedenfalls wollte ich sie in dem Moment nicht anschwindeln und habe ihren Verdacht bestätigt. Eigentlich haben wir uns vorgenommen, ihr erst am Mittwoch nach dem ersten Ultraschall etwas zu erzählen. Letzten Endes führen wir jedoch in unserer Familie eine offene Kommunikation und ich bin sicher, wenn diese Schwangerschaft nicht intakt wäre, könnte ich meine Gefühle vor meiner Tochter nicht verbergen. Und wozu auch? Sie soll lernen, den Menschen, die sie liebt, ihre Gefühle zu zeigen. Egal, ob die gerade gut oder schlecht sind. Als die Tests auf Sardinien wieder negativ wurden, habe ich auch geweint und ihr die Sachlage erklärt. Sie hat mich getröstet und gemeint, Mama, du bekommst noch ein Baby!

Nun sind wir auf den langersehnten Ultraschall gespannt. Bis jetzt habe ich es tatsächlich geschafft, nicht ein einziges Mal panisch in der KiWu aufzuschlagen und nach einem Bluttest zu verlangen. (Gut….ich stand vor der Tür…bin aber wieder umgedreht.) Das lag u.a. auch daran, dass es mir zwischendurch so richtig dreckig ging. Gestern musste ich mich drei Mal zwischen der Essenszubereitung hinlegen, weil mich mein Kreislauf in die Knie gezwungen hat. Dagegen habe ich null Beschwerden gehabt, als mein ahnungsloser Chef vergangene Woche mit auf Tour gegangen ist. Erst am Abend war ich total erledigt und fühlte mich, wie nach 200 Runden auf dem Kettenkarussell. Ironischerweise haben wir an diesem Tag einen meiner Kunden besucht, der Gynäkologe ist. Ich habe dann gefragt, ob unser Vitamin B-Kombi-Präparat etwas bei Hyperemesis für seine Empfehlung wäre. Er meinte daraufhin, dass es einen Versuch wert wäre. Allerdings geht er davon aus, dass die Frauen mit starker Schwangerschaftsübelkeit meist unter Überlastung litten. Damit ließe sich auch erklären, weshalb die Symptomatik beim zweiten Kind oft schlimmer sei. Die Möglichkeiten zum Ausruhen sind in der Tat begrenzt. Ich kann das für mich nicht 100 prozentig bestätigen. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass es bei mir stärker zuschlägt, sobald ich mich hinlegen kann und runter fahre. Doch, wie gesagt, ich bin ja froh über jedes Symptom und ja, ich bin ebenso froh, (bisher) nicht unter den ganz üblen Schwangerschaftsanzeichen leiden zu müssen!

Also harren wir der Dinge, die da kommen….

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